Forschungsprojekte

Rekultivierung und Wissenschaft

Bereits seit den 1960er Jahren begleiten im Rheinischen Braunkohlentagebau ökologische Freilandforschungen die Rekultivierung. Ziel war und ist es sicherzustellen, dass die neue Landschaft ein vollwertiger Ausgleich für den Eingriff ist. Zahlreiche Untersuchungen in der forstlichen Rekultivierung haben u. a. nach Antworten dazu gesucht, welches das beste Rekultivierungssubstrat für Wälder ist, wie unterschiedliche Tiere neu entstandene Flächen besiedeln oder wie durch sukzessive Einwanderung von Arten neue Vegetationsformen entstehen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Die wissenschaftlichen, aber auch praxisnahen Fragestellungen dieser Arbeiten waren vielfältig. Ebenso ist die Rekultivierung landwirtschaftlicher Nutzflächen begleitet worden. Auch hier wurde nicht nur der wirtschaftliche Aspekt betrachtet. Viele ökologische Fragestellungen sind seit geraumer Zeit behandelt und ihre Ergebnisse in die Praxis umgesetzt worden. Die neu entstandenen Flächen sind in verschiedenen ökologischen Eigenschaften (Biodiversität, Strukturvielfalt usw.) teilweise hochwertiger als die vormals vorhandenen Agrarlandschaften.

Aus den vielen Untersuchungen, die im Laufe der Jahre in den Rekultivierungsgebieten des Rheinischen Braunkohlentagebaus auch im engen Austausch mit verschiedenen Universitäten durchgeführt wurden, lässt sich eines deutlich erkennen:
Eine beeindruckende Artenvielfalt hat sich in den wiederhergestellten Flächen etabliert.

Seit 1999 – für die Flora schon wesentlich früher – wurden sämtliche Nachweise von Tier- und Pflanzenarten in das biologische System eingeordnet und mit den Funddaten in eine elektronische Datenbank der Forschungsstelle Rekultivierung eingegeben. Diese Datenbank wird seitdem ständig weiter gepflegt und aktualisiert. Derzeit wird diese Datenbankstruktur optimiert und mit einem Geographischen Informationssystem verknüpft, um auch in Zukunft einen aktuellen Datenbestand zu gewährleisten. Dies ermöglicht einen besseren Überblick darüber, wo bereits Untersuchungen stattgefunden haben und welche Ergebnisse sie hervorbrachten. Daraus wiederum lassen sich eventuell Rückschlüsse ziehen, wo noch besonderer Forschungsbedarf besteht.

Stetige Optimierung

Die Chance eine neue Landschaft, wie sie sich von Grund auf entwickelt, mitzuverfolgen, bietet sich einem nicht oft. Daher wirkt die Rekultivierung wie ein riesiges Freilandlabor. Um die Methoden der Rekultivierung laufend zu verbessern und auf dem neusten Stand zu halten, müssen die ökologischen Auswirkungen der verschiedenen Vorgehensweisen in wissenschaftlichen Studien immer wieder überprüft werden. Dies ist ein ständiger Lernprozess. Die Forschungsstelle Rekultivierung trägt somit laufend dazu bei, die Verfahrensweisen der Rekultivierung weiter zu verbessern.

Eindrücke aus der Rekultivierungsforschung

Hier möchten wir Forschungsprojekte und Untersuchungen vorstellen, die in den letzten Jahren in der Rekultivierung des Rheinischen Reviers durchgeführt wurden.
Ausführliche Gutachten zu den Projekten stellen wir zum Download zur Verfügung.

Da die Biodiversitätsstrategie für das Rheinische Revier nun den hauptsächlichen Schwerpunkt unserer Forschungsarbeit darstellt, finden Sie weitere Projekte unter der entsprechenden Rubrik.

Waldinnenränder Sophienhöhe (Foto: A. Reiche)
Waldinnenränder Sophienhöhe (Foto: A. Reiche)
Sonderbiotope in der Rekultivierung (Foto: K. Görgen)
Sonderbiotope in der Rekultivierung (Foto: K. Görgen)
Feldlerchenkartierung (Foto: Y. Lagies)
Feldlerchenkartierung (Foto: Y. Lagies)
Insekten in der Rekultivierung (Foto: J. Rodenkirchen)
Insekten in der Rekultivierung (Foto: J. Rodenkirchen)
BienABest: Halictus scabiosae (Foto: O. Diestelhorst).
BienABest: Halictus scabiosae (Foto: O. Diestelhorst).
Neue Inde (Foto: K. Görgen)
Neue Inde (Foto: K. Görgen)
Gewässer in der Rekultivierung (Foto: U. Hürten)
Gewässer in der Rekultivierung (Foto: U. Hürten)
Fledermäuse im Südrevier
Fledermäuse im Südrevier
Heil- und Gewürzpflanzenflächen (Foto: A. Keller)
Heil- und Gewürzpflanzenflächen (Foto: A. Keller)