Aufgaben

Rekultivierungsforschung

Kontinuierlich sollen die ökologischen Auswirkungen der Rekultivierungsarbeit untersucht und die Wiederansiedlung von Tieren und Pflanzen in den rekultivierten Gebieten genau beobachtet und erfasst werden, um den Prozess der Rekultivierung ständig zu verbessern und zu dokumentieren. Dazu betreiben wir selbst Forschung und führen regelmäßig Studien zu ganz unterschiedlichen Aspekten der Rekultivierungslandschaft durch, z. B. zu den Sonderbiotopen, der Artenvielfalt der Feldvögel in der landwirtschaftlichen Rekultivierung oder der Entwicklung der verlegten Inde.

Wir sind aber auch Anlaufstelle für Studierende und unabhängige Wissenschaftler sowie für viele Vertreter des ehrenamtlichen Naturschutzes, die selbst Ihren bedeutenden Beitrag zur Erforschung der neuen Landschaft beisteuern. Experten aus Wissenschaft und Verbänden bekommen räumlich wie fachlich den Zugang zu allem, was von Artenvielfalt bis Zwischenbewirtschaftung mit Rekultivierung zu tun hat. Sie forschen, fertigen Studien an, verfassen Fachartikel. Die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Studien werden ausführlich von uns dokumentiert, gesammelt und verwaltet.

Naturschutz- und Artenschutzprojekte

Durch die Vernetzung der Forschungsstelle mit der Rekultivierungsabteilung der RWE Power AG können die Ergebnisse aus der ökologischen Begleitforschung direkt in praktische Arten- und Naturschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Neben der Durchführung zahlreicher Pflegemaßnahmen, wie Obstbaumschnitt, Wiesenmahd, Freischneiden von Orchideenstandorten, Kopfbaumschnitt u. v. m. werden auch gezielt Nistmöglichkeiten ausgebaut oder neue Lebensräume für verschiedene Arten geschaffen.

Kommunikationskonzept: Lehre, Umweltbildung und Veranstaltungen

Wir stellen die aufbereiteten Informationen über Publikationen, diese Homepage und unsere Facebookseite sowie in regelmäßig auf Schloss Paffendorf stattfindenen Forschungsstellengesprächen und Tagungen der Öffentlichkeit vor und möchten dabei zur Diskussion und zum Gedankenaustausch mit der naturinteressierten Öffentlichkeit, Fachleuten und Behörden anregen. Gleichzeitig erklären wir im Rahmen von Exkursionen, Vorträgen und umweltpädagogischen Aktivitäten die Ziele, Abläufe und Ergebnisse der Rekultivierung.

Freizeit und Erholung

Das Rheinische Braunkohlerevier befindet sich in einer Region, die aufgrund ihrer hohen Bevölkerungsdichte einem großen Freizeitdruck ausgesetzt ist. Nicht nur die Natur, die Land- und die Forstwirtschaft erheben einen Anspruch auf die wiedernutzbar gemachte Landschaft – für die Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Gebiete nimmt die Nutzung der Rekultivierung als Erholungsraum einen hohen Stellenwert ein. Nicht immer ist es einfach die Wünsche aller Beteiligten in Einklang zu bringen. Die Forschungsstelle beschäftigt sich damit, wie eine sanfte ökologisch orientierte Freizeitnutzung der Rekultivierung gefördert werden kann, die die natürliche Entwicklung des Raumes nicht zu stark beeinträchtigt und gleichzeitig den Menschen der Region die Möglichkeit gibt sich in ihrer Umgebung zu entfalten. Auf dem Naturerlebnispfad Sophienhöhe sowie mit der Reku-App kann schon jetzt die besondere Natur in der Rekultivierung erlebt werden.


Biodiversitätsstrategie (BioDiS)

Die Implementierung und Umsetzung der RWE Biodiversitätsstrategie für das Rheinische Revier gehört seit 2018 zu den zentralen Aufgaben der Forschungsstelle.
Mit der Biodiversitätsstrategie findet ein ganzheitlicher und wissenschaftlicher Ansatz zur weiteren Optimierung der Rekultivierung statt. Auf allen Ebenen werden im Zuge der Strategieumsetzung systematisch die Potenziale zur Biodiversitätsförderung geprüft und wenn möglich umgesetzt. Dies entspricht somit den Vorgaben, die sich durch die RWE-Biodiversitätsleitlinie des RWE-Konzerns ergeben und dient gleichzeitig auch den Menschen und der Natur im Rheinischen Revier.

Mit der Biodiversitätsstrategie gelingt der Blick auf die gesamte Landschaft, die neu entsteht. Für die Handlungsfelder Wald, Offenland und Gewässer werden Maßnahmen entwickelt und umgesetzt. Dies erfolgt im engen Austausch und in Zusammenarbeit mit dem Tagebau sowie anderen RWE-Fachabteilungen (FWS, LWS, Wasser). Die Ergebnisse eines begleitenden Monitorings tragen schließlich zu einer sukzessiven Optimierung der Rekultivierung bei. Die ohnehin vorbildliche Rekultivierung im Rheinischen Revier erfährt durch die Umsetzung der Biodiversitätsstrategie einen Exzellenz-Status in Bezug auf Artenschutz und Artenvielfalt und kann somit ein Vorbild sein auch für andere nationale und internationale Abgrabungsvorhaben.

Grüner Strukturwandel

Der anstehende Strukturwandel im Rheinischen Revier wird auf verschiedenen Ebene stattfinden. Im Vordergrund steht vor allem die Bereitstellung von Arbeitsplätzen in der Region. Nicht unwichtig ist aber auch die Qualität der Lebensverhältnisse in der Region beizubehalten bzw. zu stärken. Wo Menschen gerne leben, steigt auch die Chance auf Wertschöpfung. Und genau hier kann die Rekultivierung einen wichtigen Beitrag für die Region leisten. Und wir wollen hierbei als Forschungsstelle gerne unterstützend tätig sein und mit der Biodiversitätsstrategie und dem dazugehörigen Management die Chancen, die durch die Rekultivierung einhergehen, noch besser und systematischer nutzen.

zusätzlich:
Boden & Bodennutzung

Die Wiederherstellung ertragreicher Böden ist eine wichtige Aufgabe der Rekultivierung, stellt doch der Boden die Grundlage für eine Wiedernutzbarmachung der Landschaft und Wiederbesiedlung mit Pflanzen und Tieren dar. Sowohl die Methoden zur Herstellung land- und forstwirtschaftlicher Substrate als auch die Anlage spezieller Sonderstandorte wurde im Laufe der Zeit kontinuierlich verändert und verbessert. Ziel der Forschungsstelle ist es, die Ergebnisse bisher gelaufener Studien zu diesem Thema zusammen zu tragen und zu dokumentieren.

Auf unserer Facebook-Seite berichten wir stets über Aktuelles aus unserem Arbeitsalltag!